(An der Türe zur linken Seite des Hintergrundes.)

Welche Laute!
Süße Laute, die ich kenne,
Die ich einzuschlürfen brenne!
Horch!—ha!—Worte!—Ach sie betet!
Betet!—Betet wohl für mich!
Habe Dank du reine Seele! (Horchend.)
»Heil'ger Engel steh uns bei!«
Steh mir bei du heil'ger Engel!
»Und beschütz uns!«—O beschütz uns!
Ja beschütz mich vor mir selber!
O du süßes, reines Wesen!
Nein, ich kann mich nicht mehr halten,
Ich muß hin, ich muß zu ihr.
Will vor ihr mich niederstürzen
Und an ihrer reinen Seite
Ruh' und Frieden mir erflehn!
Ja sie möge über mir
Wie ob einem Leichnam beten,
Und in ihres Atems Wehn
Will ich heilig auferstehn!

(Er nähert sich der Türe; sie geht auf und die Ahnfrau tritt heraus, mit beiden Händen ernst ihn fortwinkend.)

Jaromir.
Ach, da bist du ja du Holde!
Ich bin's Teure, zürne nicht!
Wink mich nicht so kalt von dir,
Gönne dem gepreßten Herzen
Die so lang entbehrte Lust,
An der engelreinen Brust,
Aus den himmelklaren Augen
Trost und Ruhe einzusaugen!

(Die Gestalt tritt aus der Türe, die sich hinter ihr schließt, und winkt noch einmal mit beiden Händen ihm Entfernung zu.)

Jaromir.
Ich soll fort? Ich kann nicht, kann nicht!
Wie ich dich so schön, so reizend
Vor den trunknen Augen sehe
Reißt es mich in deine Nähe!
Ha ich fühle, es wird Tag
In der Brust geheimsten Tiefen
Und Gefühle, die noch schliefen,
Schütteln sich und werden wach.—
Kannst du mich so leiden sehn?
Soll ich hier vor dir vergehn?
Laß dich rühren meinen Jammer,
Laß mich ein in deine Kammer!
Hat die Liebe je verwehrt
Was die Liebe heiß begehrt?

(Auf sie zueilend.)

Berta! Meine Berta!

(Wie er sich ihr nähert, hält die Gestalt den rechten Arm mit dem ausgestreckten Zeigefinger ihm entgegen.)

Jaromir (stürzt schreiend zurück).
Ha!