Günther.
So, nun kommt mein wackrer Herr
Ich will Euch zur Ruhe leiten.
Jaromir (in den Vorgrund tretend).
Nehmt mich auf Ihr Götter dieses Hauses,
Nimm mich auf du heil'ger Ort,
Von dem Laster nie betreten,
Von der Unschuld Hauch durchweht.
Unentweihte, reine Stelle
Werde wie des Tempels Schwelle
Mir zum heiligen Asyl!—
Unerbittlich strenge Macht,
Ha nur diese, diese Nacht,
Diese Nacht nur gönne mir,
Harte! und dann steh ich dir!
(Mit Günther ab.)
Ende des ersten Aufzuges
Zweiter Aufzug
Halle wie im vorigen Aufzuge. Dichtes Dunkel.
Jaromir (stürzt herein).
Ist die Hölle losgelassen
Und knüpft sich an meine Fersen?
Grinsende Gespenster seh ich
Vor mir, an mir, neben mir,
Und die Angst mit Vampirrüssel
Saugt das Blut aus meinen Adern,
Aus dem Kopfe das Gehirn!
Daß ich dieses Haus betreten!
Engel sah ich an der Schwelle
Und die Hölle
Hauset drin!—
Doch wo bin ich hingeraten
Von der innern Angst getrieben?
Ist dies nicht die würd'ge Halle,
Die den Kommenden empfing?
Still! Die Schläfer nicht zu stören!
Stille! Wenn sie würden innen
Hier mein seltsames Beginnen!
(An des Grafen Gemach horchend.)
Alles stille.