Graf.
Wolltet Ihr wohl, daß sie minder
Des Geschenkes Wert erkennte!
Trieb Euch gleich zu jener Tat
Nur des Herzens edles Streben
Recht zu tun und groß und gut,
Laßt uns glauben, laßt uns schmeicheln,
Daß auf uns, auf unsre Not
Auch ein flücht'ger Blick gefallen,
Daß Ihr nicht nur bloß beglücken,
Daß ihr uns beglücken wolltet.
Wer sich ganz dem Dank entzieht,
Der erniedrigt den Beschenkten,
Freund, indem er sich erhebt!
Jaromir.
Was erwidr' ich auf das alles!
Wie ich bin, vom Kampf ermüdet,
Von den Schrecken dieser Nacht,
Taug ich wenig zu bestehen
In der Großmut edlem Wettstreit.
Graf.
Mußtet Ihr mich erst erinnern
Daß Ihr müd und ruhedürstend!
Berta.
Ach, was ist ihm denn begegnet?
Graf.
Das auf morgen, liebes Kind.
Berta komm und laß uns gehn.
Unser Günther mag ihn weisen
In das köstlichste Gemach.
Dort umhülle tiefer Frieden
Mit der Segenshand den Müden
Bis der späte Morgen naht.
O er hat ein weiches Kissen
Ein noch unentweiht Gewissen,
Das Bewußtsein seiner Tat!—
So, noch diesen Händedruck,
So, noch diesen Segenskuß,
So, mein Sohn jetzt geh zur Ruh'
Ein Engel drück' das Aug' dir zu!
Berta (den Alten abführend).
Schlummre ruhig!
Jaromir.
Lebe wohl'
Berta (an der Türe umwendend).
Gute Nacht denn!
Jaromir.
Gute Nacht!
(Graf und Berta ab.)