(Eilt auf sie zu. Plötzlich hält er ein, und tritt mit einer
Verbeugung zurück.)
Graf.
Wär' es etwa dieser?—
Berta.
Ja er ist's, er ist's, mein Vater!
Ja er ist's, der mich gerettet,
Ja er ist's der teure Mann!
Graf.
Zieht Euch nicht so fremd zurück,
Seid Ihr doch nicht unter Fremden!
Schließt sie immer in die Arme;
Ihr habt Euch ein Recht erworben,
Daß sie lebt ist Euer Werk!
Wohl mir, daß mir ward vergönnt
Den zu sehen, dem zu danken,
Der mir meine letzten Tage,
Mir mein Sterbebett verschönt,
Mit dem Glücke mich versöhnt.
Komm an meine Brust, du Teurer,
Lebensretter, Segensengel!
Könnt' ich dankbar nur mein Leben
Für dich hin, du Guter, geben,
Wie du deines gabst für sie!
Jaromir.
Staunend steh ich und beschämt—
Graf.
Du? An uns ist's so zu stehn!
Ist doch unser Dank so wenig,
Ach, und deine Tat so viel!
Jaromir.
Viel? O daß ich's sagen könnte!
Daß es etwas mich gekostet!
Daß ich eine Wunde trüge,
Eine kleine, kleine Narbe
Nur als Denkmal jener Tat!
Es kränkt tief das Köstliche
Um so schlechten Preis zu kaufen!
Graf.
Ziert Bescheidenheit den Jüngling,
Nicht verkenn er seinen Wert!
Berta.
Glaubt ihm nicht, o glaubt ihm nicht!
Er liebt selber sich zu schmähen,
Ich weiß das von lange her!
Wie so oft lag er vor mir,
Meine Kniee heiß umfassend,
Und mit schmerzgebrochner Stimme
Rief er klagend, weinend aus,
Ich verdiene dich nicht Berta!
Er nicht mich, er mich nicht!—
Jaromir.
Berta!