Günther.
Was soll ich mit ihm beginnen?
Ganz verwirrt hat ihn der Schreck.
Bleib ich? geh ich? Laß ich ihn?
Ich will's nur dem Grafen melden,
Mag er selber doch empfangen
Seinen sonderbaren Gast. (Ab.)
Jaromir.
Ha, er geht, er geht!—Was soll ich?
Sei es denn!—Nun Fassung, Fassung!
(Der Graf und Günther kommen.)
Günther.
Hier mein gnäd'ger Herr, der Fremde!
Jaromir (steht auf).
Graf.
Laßt Euch doch nicht stören, Herr,
Und genießt der nöt'gen Ruhe.
Hoch willkommen seid Ihr mir,
Doppelt wert, denn Euch empfiehlt
Eure Not und Euer Selbst—
Jaromir.
Ihr verzeihet wohl die Stunde
Und die Weise meines Eintritts.
Mag mein Unfall mich entschuld'gen
Wo ich selbst es nicht vermag.
Dort in jenem nahen Walde
Ward ich räubrisch überfallen.
Ich und meine beiden Diener
Wehrten lang uns ritterlich:
Aber wachsend stieg die Menge,
Meine treuen Diener lagen
Hingestreckt in ihrem Blut.
Da gewahr ich meines Vorteils,
Und ins dunkle Dickicht springend,
Schnell, die Räuber auf der Ferse,
Such ich fliehend zu entrinnen
Und das Freie zu gewinnen.
Gibt die Hoffnung schnelle Füße
Leiht dafür das Schrecken Flügel.
Bald gewinn ich einen Vorsprung,
Und heraus ins Freie tretend
Blinkt mir Euer Schloß entgegen.
Gastfrei schien 's mich einzuladen,
Zögernd folgt' ich,—und bin hier.
Graf.
Halten wird Euch der Besitzer
Was sein Eigentum versprach.
Was nur dieses Haus vermag
Ist das Eure, Euch zu Dienste.
Berta (kommt,).
Hört' ich hier nicht seine Stimme?
Ja er ist's!—Mein Jaromir!
Jaromir.
Berta!