(Pause.—Dann stürzt wankend, mit verworrenem Haar und aufgerissenem
Wams, einen zerbrochenen Degen in der Rechten, Jaromir herein.)
Jaromir (atemlos).
Bis hierher!—Ich kann nicht weiter!
Wankend brechen meine Kniee,
Es ist aus!—Ich kann nicht weiter!
(Sinkt gebrochen auf den Sessel hin.)
Günther (nachkommend).
Sagt doch Herr, ist das wohl Sitte?
Einzudringen so ins Haus
Achtlos auf mein mahnend Wehren.
Sprecht, was wollt Ihr? was begehrt Ihr?
Jaromir.
Ruhe!—Nur ein Stündchen Ruhe,
Nur ein kurzes Stündchen Ruhe!—
Günther.
Was ist Euch begegnet, Herr?
Woher kommt Ihr?
Jaromir.
Dort—vom Walde—
Wurde—wurde überfallen—
Günther.
Ach man hört so manches Unheil
Von den Räubern dort im Walde!
Wie bedaur' ich Euch, mein Herr!
Ach verzeihet, wenn ich anfangs
Eure bange Hast mißdeutend
Und das Fremde Eures Eintritts
Anders sprach, als ich gesollt.
Wenn's Euch gutdünkt, folgt mir Herr
Nach den oberen Gemächern,
Wo Euch würdig Speis und Trank
Und willkommne Lagerstätte—
Jaromir.
Nein, ich kann—ich mag nicht schlafen!
Laß mich hier in diesem Stuhl,
Bis die Sinne sich gesammelt
Und ich wieder selber bin.
(Er legt den Arm auf den Tisch, und den Kopf darauf.)