So, habt Dank, habt Dank, ihr Lieben!—
Seh ich euch so vor mir stehen,
Mit dem freudetrunknen Auge,
Mit dem lebensmut'gen Blick,
Will die Hoffnung neu sich regen,
Und erloschne, dunkle Bilder
Aus entschwundnen, schönern Tagen
Dämmern auf in meiner Brust.
Seid willkommen Duftgestalten,
Froh und schmerzlich mir willkommen!

(Er versinkt in Nachdenken.)

Jaromir.
Berta, sieh doch nur, dein Vater!

Berta (mit ihm etwas zurücktretend).
Laß ihn nur, er pflegt so öfter
Und sieht ungern sich gestört.
Aber, Lieber, sei vergnügt!
Sieh, mein Vater weiß schon alles.

Jaromir (rasch).
Alles?

Berta.
Ja, und scheint's zu bill'gen!
Heute nur—er war so gut,
Ach so gut, so mild und sanft.
Sanfter, gütiger als du,
Der du kalt und trocken stehst,
Während ich nicht Worte finde,
Für mein Fühlen, für mein Glück.

Jaromir.
Glaube mir—

Berta.
Ei, glauben, glauben!
Besser stünd' es dem zu schweigen,
Der nicht weiß wie Liebe spricht:
Kann der Blick nicht überzeugen,
Überred't die Lippe nicht.
Sieh, man hat mir wohl erzählet,
Daß es leichte Menschen gebe,
Deren Liebe nicht bloß brennt
Auch verbrennt, und dann erlischt:
Menschen, die die Liebe lieben,
Aber nicht den Gegenstand;
Schmetterlinge, bunte Gaukler,
Die die keusche Rose küssen,
Aber nicht weil sie die Rose,
Weil sie eine Blume ist.
Bist du auch so, Stummer, Böser?

(Vom Nährahmen eine Schärpe nehmend.)

Ich will dir die Flügel binden,
Binden—binden Trotz'ger—binden
Daß kein Gott sie lösen soll!