Graf.
Jaromir, was muß ich hören!
Führt der Eifer dich so weit.
Magst du meinen Gast beleid'gen,
Kannst du Menschen wohl verteid'gen,
Welche selber sich verdammt.
Doch was gilt's, trotz dieser Hitze
Hab ich richtig dich erkannt,
Braucht es wen'ge Worte nur
Und dem Fehlgriff folgt die Reue,
Ja du folgst uns selbst ins Freie
Auf der Bösewichter Spur.

Jaromir.
Ich?

Graf.
Ja, du!

Jaromir.
Ich, nimmermehr!
Wie? Ich sollte einen Armen,
Einen Stiefsohn des Geschicks,
Den die unnatürlich harte Mutter
Stiefgesinnt hinausgetrieben,
Fern von Wesen seiner Art
Zu des Waldes Nachtrevieren
Wo im Kreis von Raubgetieren
Selber er zum Raubtier ward,
Wie, ich sollt' ihm, wenn er naht,
Alles bietend was er hat,
Mit der Reue herben Zeichen,
Statt der Hand, um die er bat,
Meinen blut'gen Degen reichen?
Wer tut das, und ist ein Mann?
Einen Feind mir, der noch ficht,
Doch zum Häscher taug ich nicht!

Graf.
Und wenn ich nun selber gehe,
Und, des Königs Lehensmann,
Diese Häscher führe an,
Wirst du folgen?

Jaromir.
Ihr?

Graf.
Ja, ich.
Ich mag Menschenleben schonen,
Weiß zu schätzen Menschenwert:
Doch laß uns nicht grausam sein
Gegen unsre bessern Brüder
Um den Schlimmen mild zu sein.
Ob das Herz auch ängstlich bebe,
Laß uns tun die strenge Pflicht,
Und damit der Gute lebe
Mit dem Mörder zum Gericht!

Jaromir.
Recht gesprochen! Recht gesprochen!
Daß die Kindlein ruhig schlafen,
Mit den Hunden vor die Tür!
Mir ein Schwert! Ich will hinaus,
Will hinaus auf Menschenleben!
Ei, sie werden tüchtig fechten!
Ist das Leben doch so schön,
Aller Güter erstes, höchstes,
Und wer alles setzt daran,
Wahrlich, der hat recht getan!
Waffen, Waffen! Gebt mir Waffen!
Fort, hinaus! auf Menschenleben!
Laßt die Treiber fertig sein,
Und dann wacker losgejagt,
Bis der späte Morgen tagt!
Waffen! Waffen! Heda Waffen!

Berta.
Sagt' ich Euch es nicht, mein Vater?
Er ist krank, gefährlich krank.

Jaromir.
Ist's doch nur gerechte Strafe!
Seht doch! Konnten sie es wagen
Die Verruchten, rückzuschlagen,
Da auf sie das Schicksal schlug!
Menschen, Menschen!—Toller Wahn!
Außer uns wer geht uns an?
Fort hinaus aus unserm Kahn,
Der nur uns und Unsre faßt,
Fort hinaus unnütze Last!
Wenn empor ein Schwimmer taucht,
Schnell das Ruder wohl gebraucht.
Weg vom Rande deine Hände,
Daß sich unser Kahn nicht wende,
In dem Wellenstrudel ende!