Berta.
Und bei allen dem befiel dich
Auch nicht ein, nicht ein Gedanke
Nur an mich, an meinen Schmerz.
Einem Einfall hingegeben,
Wagtest lieblos du dies Leben
Das zugleich das meine ist.
O du fühlst nicht so wie ich!
Wenn dich gleiche Sehnsucht triebe,
Wüßtest du wohl, daß die Liebe
Auch das eigne Leben ehrt,
Weil's dem Teuern angehört.

Jaromir (an seinem verwundeten Arm zerrend).
Tobe, tobe, heißer Schmerz,
Übertäube dieses Herz!

Berta.
Warum zerrst du so am Arme?
Deine Wunde—

Jaromir.
Ist verbunden!

Berta.
Rauh die Schärpe umgewunden!
Harter, fühle meine Schmerzen,
Wenn du deine auch nicht fühlst.

Hier ist Balsam—hier ist Linnen—
Mir den Arm! Ich will ihn heilen.
Reich mir ihn; ich will versuchen,
Ob es mir vielleicht gelingt,
Einen jener lieben Blicke,
Ein Geschenk in schönern Tagen,
Jetzt als Lohn davonzutragen.
Jaromir, ich will's versuchen,
Ob die Hand hier mehr erreicht,
Als dies Herz voll heißer Triebe,
Ach und ob dein Dank vielleicht
Reicher ist, als deine Liebe, (Die Schärpe ablösend.)
Sieh doch nur, die schöne Schärpe,
Die ich mühevoll gestickt,
Und auf die, statt reicher Perlen,
Manche Träne frommer Liebe,
Dir einst teurer Schmuck, gefallen,
Sieh, wie ist sie doch zerrissen.
Ach zerrissen, wie mein Herz!

(Sie verbindet ihn. Die Schärpe fällt vor ihr auf den Boden hin.)

Berta.
Immer stumm noch, immer düster!
Ach du bist so sonderbar.
Im Gesichte wechselt Glut
Mit des Todes fahler Farbe,
Gichtrisch zuckt der bleiche Mund
Und dein Aug' sucht scheu den Grund.
Gott, du schreckst mich!

Jaromir (wild).
Schreck ich dich?

Berta.
Güt'ger Himmel, was war das?