Meine Schuld ist ausgestrichen,
Jubelnd bin ich mir's bewußt,
Und Gefühle, längst verblichen,
Blühen neu in dieser Brust.

Wieder bin ich aufgenommen
In der Menschheit heil'gem Rund,
Und des Himmels Geister kommen
Segnend den erneuten Bund.

Unschuld mit dem Lilienstengel,
Liebe mit der goldnen Frucht,
Hoffnung, jener Friedensengel,
Der sich jenseits Kronen sucht.

Nun stürmt immer, wilde Wogen,
Schwellt in himmelhohen Bogen,
In des Hafens sichrer Hut
Lach ich der ohnmächt'gen Wut.

Und nun höre, meine Berta!
Lange noch eh' ich dich kannte,
Dacht ich schon auf künft'ge Flucht.
Weit von hier, am fernen Rhein
Ist ein Schloß, ein Gütchen mein,
Gelder, Wechsel stehn bereit,
Fertig wie mein Wink gebeut.
Dorthin, wo mich niemand kennt,
Wo man mich: von Eschen nennt,
Nach dem stillen Gütchen hin,
Dahin, Berta, laß uns fliehn.
Dort fang ich auf neuer Bahn
Auch ein neues Leben an,
Und nach wenig kurzen Jahren,
Dünkt uns was wir früher waren
Wie ein altes Märchen, kaum
Klarer als ein Morgentraum.

Berta.
Fliehen soll ich?

Jaromir.
Kann ich bleiben?
Kann ich fliehen ohne dich?

Berta.
Und mein Vater?

Jaromir.
Weib, und ich?
Wohl so bleib, auch ich will bleiben!
Hier, hier sollen sie mich finden,
Fassen, würgen, fesseln, binden,
Hier vor deinem Angesicht.
Wohl, so bleib du gute Tochter,
Pflege deinen grauen Vater,
Führ lustwandelnd ihn hinaus,
Hin zu jener schwarzen Stätte,
Wo auf sturmdurchwehtem Bette
Im durch dich vergoßnen Blut
Dein ermordet Liebchen ruht.
Zeig ihm dann am Rabensteine
Jene modernden Gebeine—

Berta.
Ach, halt ein!