Günther.
Güt'ger Himmel! Haltet ein!
Hört Ihr nicht? Es ist sein Sohn!
Meines Herren einz'ger Sohn!
Fräulein Berta!—Hört doch, hört!

(Dem Hauptmanne nach.)

Berta (sich aufrichtend).
Rief man mir?—Nu, Berta rief es,
Ei, und Berta ist mein Name.—
Aber nein, ich bin allein!

(Vom Boden aufstehend.)

Stille, still! Hier liegt mein Vater,
Liegt so sanft und regt sich nicht.
Stille! Stille! Stille! Stille!

Wie so schwer ist dieser Kopf,
Meine Augen trübe, trübe!
Ach ich weiß wohl, manche Dinge,
Manche Dinge sind geschehn,
Noch vor kurzem erst geschehn;
Sinnend denk ich drüber nach;
Aber ach, ein lichter Punkt,
Der hier an der Stirne brennt,
Der verschlingt die wirren Bilder!

Halt! Halt! Sagten sie denn nicht,
Nicht, mein Vater sei ein Räuber?
Nicht mein Vater, nicht mein Vater!
Jaromir, so hieß der Räuber!
Der stahl eines Mädchens Herz
Aus dem tiefverschloßnen Busen,
Ach, und statt des warmen Herzens
Legte er in ihren Busen
Einen kalten Skorpion,
Der nun grimmig, wütend nagt
Und zu Tod' das Mädchen plagt.
Und ein Sohn erschlug den Vater

(freudig.)

Und mein Bruder kam zurück,
Mein ertrunkner, toter Bruder!
Und der Bruder—Halt!—Hinunter!
Nur hinunter, da hinunter!
Fort in euren schwarzen Käfich!

(Die Hand krampfig aufs Herz gepreßt.)