Was ist das?—Habt Dank! Habt Dank!
Säuselt, säuselt, holde Töne,
Säuselt lieblich um mich her,
Sanft und weich, wie Silberschwäne
Über ein bewegtes Meer.
Schüttelt eure weichen Schwingen,
Träufelt Balsam auf dies Herz,
Laßt die Himmelslieder klingen,
Einzuschläfern meinen Schmerz.
Ja, ich kenne eure Stimme,
Ihr sollt laden mich zum Bund,
Der mich rief in Donners Grimme,
Ruft mich jetzt durch euren Mund.
Laßt ihr mich Verzeihung hoffen?
Ihr tönt fort und sagt nicht: Nein,
Seht die Pforten stehen offen,
Friedensboten ziehet ein!
(Die Töne nehmen nach und nach einen immer ernsteren Charakter an, und begleiten zuletzt folgende Worte:)
Chor (von innen).
Auf, ihr Brüder!
Senkt ihn nieder
In der Erde stillen Schoß,
In der Truhe
Finde Ruhe,
Die dein Leben nicht genoß.
Jaromir.
Ändert ihr so schnell das Antlitz
Unerklärte Geisterstimmen?
Habt so lieblich erst geschienen,
Zoget ein, wie Honigbienen,
Und jetzt kehrt ihr fürchterlich
Euren Stachel wider mich!
Das sind keine Friedensklänge,
Ha, so tönen Grabgesänge!
Dort in der Kapelle Licht—
Stille Herz! Weissage nicht!
Ich will sehen, sehen, sehen!
Sollt' ich drüber auch vergehen.
(Er klettert an verfallenem Gestein bis zum Kapellfenster empor.)
Gesang (fährt fort).
Hat hienieden
Auch den Frieden
Dir dein eigen Kind entwandt,
Dort, zum Lohne,
Statt dem Sohne
Reicht ein Vater dir die Hand.