Isaak (zu Garceran).
Ah Ihr seid's hoher Herr, der uns beschirmt.
Mein Rahelchen sie spricht gar viel von Euch,
Sie hat Euch lieb.
König.
Zur Sache! Was Geschwätz—
Isaak.
Wer ist der Herr?
Garceran.
Gleichviel. Du aber rede.
Was ist der Anlaß des Gelärms dort oben?
Isaak (zum Fenster hinaufsprechend).
Nun ja, es wird euch kommen. Wartet nur.
(Zu Garceran.) Ihr selber habt gesehn mein Rahelchen
Wie sie geweint, gestöhnt, die Brüste schlug,
Halb sinnverwirrt. Ei ja doch, Herr, mein Leben!
Kaum wußte sie vorüber die Gefahr
Da kam zurück der alte Übermut:
Sie lachte, tanzte, sang, halb toll von neuem,
Sie rückte das Gerät, das heilig ist,
Bewacht von Tod und poltert—wie Ihr hört.
Trägt sie am Gürtel nicht ein Schlüsselbund?
Nun, das versucht sie, Herr, an allen Schränken
Die längs den Wänden stehn, und öffnet sie;
Da hängen nun Gewänder aller Art.
Der Bettler bei dem König, Engel, Teufel
In bunter Reih'—
König (halblaut zu Garceran).
Vom letzten Fastnachtspiel.
Isaak.
Da wählt sie eine Krone sich heraus
Mit Federschmuck—nicht Gold, vergüldet Blech,
Man kennt es am Gewicht, gilt zwanzig Heller—
Legt sich ein schleppend Kleid um ihre Schultern
Und sagt, sie sei die Königin. (Zurücksprechend.) Ja, Törin!
Zuletzt—im Nebenzimmer hängt ein Bild
Des Königs unsers Herrn, den Gott erhalte!
Das nimmt sie von der Wand und trägt's herum,
Nennt es Gemahl, spricht's an mit süßen Worten
Und drückt's an ihre Brust.
(Der König geht mit starken Schritten auf das Gartenhaus zu.)
Garceran.
Mein hoher Herr!
Isaak (zu rückweichend).
Weh mir!