König.
Spiel etwa du den Kostverächter doch!
Ich wette, wenn das Mädchen dir dort oben
Nur einen Blick gegönnt, du wärest Flamme.
Ich selber lieb es nicht dies Volk, doch weiß ich,
Was sie verunziert, es ist unser Werk;
Wir lähmen sie und grollen, wenn sie hinken.
Zudem ist etwas Großes Garceran,
In diesem Stamm von unstet flücht'gen Hirten:
Wir andern sind von heut, sie aber reichen
Bis an der Schöpfung Wiege, wo die Gottheit
Noch menschengleich in Paradiesen ging,
Wo Cherubim zu Gast bei Patriarchen
Und Richter war und Recht der ein'ge Gott.
Samt all der Märchenwelt, die Wahrheit auch
Von Kain und Abel, von Rebekkas Klugheit,
Von Jakob, der um Rahel dienend freite—
Wie heißt das Mädchen?

Garceran.
Herr, ich weiß nicht.

König.
Ei!
Von Ahasverus, der den Herrscherstab
Ausstreckte über Esther, die sein Weib
Und selber Jüdin, Schutzgott war den ihren.
So Christ als Muselmann führt seinen Stammbaum
Hinauf zu diesem Volk als ältstem, erstem,
So daß sie uns bezweifeln, wir nicht sie
Und hat es Esau-gleich, sein Recht verscherzt,
Wir kreuz'gen täglich zehenmal den Herrn
Durch unsre Sünden, unsre Missetaten
Und jene haben's einmal nur getan.
Nun aber laß uns gehn! Vielmehr bleib du!
Geleite sie und merke dir ihr Haus.

Vielleicht einmal wenn müde Sorgen drücken,
Besuch ich sie und freu mich ihres Danks.
(Im Begriffe zu gehn hört er Geräusch im Hause und bleibt stehen.)
Was ist?

Garceran.
Geräusch im Haus. Scheint's doch beinah,
Sie strafen Lügen dein gespendet Lob
Und streiten unter sich.

König (auf das Haus zugehend).
Was gibt's zu streiten?

(Isaak kommt aus dem Gartenhause.)

Isaak (zurücksprechend).
Nun denn so bleibt und spielt um euer Haupt!
Schon einmal ging's euch nah. Ich rette mich.

König.
Frag was es gibt!

Garceran.
Was soll es guter Mann?