König.
Bin ich so greulich?
(Sich ihr nähernd)
Rahel (schüttelt heftig mit dem Kopfe).
König.
Nun denn, so fasse dich, mein gutes Kind.
Ja, du gefielst mir, sag ich noch einmal
Und kehr ich heim aus diesem heil'gen Krieg,
In den mich Ehre ruft und meine Pflicht,
Frag in Toledo ich vielleicht nach dir.
Wo wohnt ihr dort?
Isaak (schnell).
Herr, in der Jüdenstraße
Ben Mathaes Haus.
Esther.
Wenn man nicht früher
Uns etwa schon vertrieb.
König.
Dafür mein Wort!
Ich weiß zu schützen, wem ich Schutz gelobt.
Und wenn du dort auch so gesprächig bist
Und gut gelaunt, wie früher mit den Deinen,
Nicht scheu wie jetzt, verplaudr' ich wohl ein Stündchen
Und hole Atem aus dem Qualm des Hofs.
Nun aber geht, denn es ist hohe Zeit,
Du Garceran begleite sie; doch erst noch
Häng dieses Bild zurück an seine Stelle.
Rahel (auf den Stuhl losstürzend).
Das Bild ist mein.
König.
Was kommt dir bei?
Zurück zum Rahmen soll's, aus dem du's nahmst.
Rahel (zu Garceran).
Berühr die Nadeln nicht, noch dieses Bild,
Sonst festig ich's mit einem tiefern Stich,
(mit einer Nadel nach dem Bild fahrend) Siehst du? gerad ins Herz.
König.
Halt ein! Beim Himmel!
Hast du mich fast erschreckt. Wer bist du Mädchen?
Übst du geheime Künste, die Verbrechen?
War's doch, als fühlt' ich in der eignen Brust,
Den Stich nach jenem Bild.