Esther.
Mein hoher Herr,
Sie ist nur ein verwöhnt, verwildert Mädchen
Und weiß von unerlaubten Künsten nichts,
Es kam ihr ein, und also tat sie's eben.
König.
Man aber soll mit derlei keck nicht spielen.
Es trieb bis zu den Augen mir das Blut,
Und wie im wirren Licht seh ich die Dinge.
(Zu Garceran.)
Ist sie nicht schön?
Garceran.
Sie ist's mein Herr und König.
König.
Und wie das wogt und wallt und glüht und prangt.
(Rahel hat unterdessen das Bild abgenommen und zusammengerollt.)
König.
Du willst das Bild denn durchaus nicht entbehren?
Rahel (zu Esther).
Ich nehm es mit.
König.
Nun denn in Gottes Namen!
Er wird's verhüten, wenn ein Unheil droht.
Nur eilig fort. Nimm, Garceran
Den Weg der rückwärts durch den Garten führt.
Das Volk ist aufgeregt; es liebt, als schwach,
Die Schwäche gern zu prüfen an dem Schwächern.
Garceran. (am Fenster).
Doch seht, o Herr, es naht der ganze Hof,
Die Königin an des Geleites Spitze.
König.
Hierher? Verwünscht! Ist hier kein andrer Ausgang?
Mich widern an die Deutungen des Schwarms.