Rahel.
Hör, und weiche doch nicht.

Isaak.
Je, je, je! Was sucht mich Gott?
Gab doch meinen Deut den Armen,
Hab gebetet und gefastet,
Weiß nicht, wie Verbotnes schmecket,
Je, und dennoch sucht mich Gott!

Rahel (zu Esther).
Ei, was zerrst du mich am Arme?
Und ich bleib und gehe doch nicht.
Ich will mal den König sehen;
Und den Hof und all ihr Wesen,
All ihr Gold und ihr Geschmeide.
Soll ein Herr sein, weiß und rot,
Jung und schön, ich will ihn sehn.

Isaak.
Und wenn dich die Knechte fangen?

Rahel.
Ei, ich bitte mich wohl los.

Isaak.
Ja, wie deine Mutter, gelt?
Die sah auch nach schmucken Christen,
War nach Misraims Töpfen lüstern.
Hielt ich sie nicht streng bewacht,
Glaubt' ich—nu, Gott wird verzeihen!—
Deine Torheit stamme dorther,
Sei ein Erbteil schnöder Christen.
Da lob ich mein erstes Weib,
(zu Esther) Deine Mutter, brav wie du,
Wenn auch arm. Was nützte mir
Auch der Reichtum jener zweiten?
Hat sie nicht damit geschaltet,
Schmaus und Gastgebot gehalten,
Schmuck gekauft und Edelstein?
Schau! sie ist wohl ihre Tochter!
Hat sie sich nicht rings behangen,
Prangt sie nicht in stolzen Kleidern,
Als ein Babel anzusehn?

Rahel (singend).
Bin ich nicht schön,
Bin ich nicht reich?
Und sie ärgern sich,
Und mich kümmert's nicht. La la la la.

Isaak.
So geht sie auf reichen Schuhen;
Nützt sie ab, frägt nichts danach,
Jeder Schritt gilt einen Dreier.
Hat im Ohr ihr reich Geschmeide,
Kommt ein Dieb und nimmt ihr's ab,
Fällt's in Busch, wer findet's wieder?

Rahel (ein Ohrgehänge abnehmend).
Sieh, so schraub ich's los und halt es.
Wie das blitzt und wie das flimmert!
Und doch acht ich's so geringe,
Wenn mir's einfällt, schenk ich's dir,
(zu Esther) Oder werf es von mir. Sieh!
(Sie macht mit der Hand eine fortschleudernde Bewegung.)

Isaak (nach der Richtung des Wurfes laufend).
Weh, o weh! Wo flog es hin?
Weh, o weh! Wie find ich's wieder?
(Er sucht im Gesträuche.)