Königin.
O Gott im Himmel!
Manrique.
Ruhig gnäd'ge Frau.
(Der König geht nach vorn. Er bleibt mit untergeschlagenen Armen vor dem alten Isaak stehen, der wie schlummernd im Sessel liegt. Drauf geht er nach dem Vorgrunde.)
Esther (zu dem Alten).
Schau, deine Feinde zittern. Freust du dich?
Ich nicht. Die Tote wacht doch nimmer auf.
(Der König, im Vorgrunde, betrachtet seine beiden Hände und streift daran, wie reinigend, mit der einen über die andere. Hierauf dieselbe Bewegung über den Oberleib. Zuletzt fährt er nach dem Halse, die Hände um den Umkreis desselben bewegend. In dieser letzten Stellung, die Hände noch immer am Halse, bleibt er stehen und sieht starr vor sich hin.)
Manrique.
Erlauchter Fürst und König! Gnäd'ger Herr!
König (emporfahrend).
Ihr seid's? Ihr kommt zurecht. Euch sucht' ich eben,
Und alle. Ihr erspart mir manche Müh'.
(Er tritt vor sie hin, sie mit zornigen Blicken messend.)
Manrique (auf die am Boden liegenden Waffen zeigend).
Wir haben unsre Wehr von uns gelegt—
König.
Ich sehe Schwerter. Kommt Ihr, mich zu töten?
Vollendet Euer Werk. Hier meine Brust.
(Er öffnet sein Kleid.)
Königin.
Er hat's nicht mehr!