Garceran.
Seht mich bereit. Ich tret an Eure Seite
Und treffe mich des Königs erster Zorn.

Esther (herüberrufend).
Ihr dort, obgleich ihr Mörder seid gesamt
Und würdig jeden Tods und jeder Strafe;
Genug des Unheils ist bereits geschehn,
Ich wünschte nicht die Greuel noch vermehrt.
Der König ist dort drin bei meiner Schwester,
Und vorher schon ergrimmt, wird ihn ihr Anblick
Aufstacheln zu vermehrter, neuer Wut.
Auch dauert mich das Weib dort und ihr Kind,
Unschuldig halb und halb auch halb nur schuldig.
Drum geht, weil es noch Zeit, begegnet nicht
Dem Rächer, der zum Richter noch zu heiß.

Manrique.
Weib, wir sind Christen.

Esther.
Nun, Ihr habt's gezeigt.
Ich lobe mir die Jüdin, weiß es Gott!

Manrique.
Als solche abzubüßen auch bereit
Was wir gefehlt, uns willig unterwerfend.

Legt Eure Schwerter ab. Hier ist das meine.
Die Wehr an Mannes Seite spricht von Schutz.
Schon unsre Anzahl streitet mit der Demut,
Sie teilt die Schuld, die doch in jedem ganz.

(Alle haben die Schwerter vor Manrique auf den Boden gelegt.)

So harren wir. Vielmehr geh' einer hin
Und trete fördersamst den König an.
Des Landes Not erheischt, daß er sich fasse,
Ob so, ob so; und wär's auch nur bereuend
Zu rasche Tat, von der wir selbst das Opfer.
Geh du mein Sohn!

Garceran (der einige Schritte gemacht, umkehrend).
Seht hier der König selbst.

(Der König stürzt aus dem Seitengemache. Nach ein paar Schritten wendet er sich um und sieht starr nach der Türe.)