Wallenstein (ans Fenster eilend).
Das ist Kapraras Fußvolk, wie ich sagte.
Ferdinand. Laßt diese Töne schweigen, die den Jubel
In unsers Herzens Trauer spottend mischen.
—Auch stört es etwa Seine Majestät,
Die jetzt wohl schwer von anderen Gedanken.
(Es ist jemand auf den Balkon getreten und hat mit dem Schnupftuch ein
Zeichen gemacht. Die Musik schweigt.)
Ferdinand. Und so im Geist der Leichenfeier folgend
Des hingeschiednen Herrn, laßt uns ihn rächen.
Zwar Rache ziemt dem echten Christen nicht,
Doch seine Feinde strafen die auch unsre;
Und strafend sie, wär's mit dem Äußersten,
Zugleich erretten von dem ew'gen Tod.
Ein kurzer Feldzug nur steht uns bevor—
Wallenstein (in der Menge).
Der Krieg ist gut, und währt' er dreißig Jahr.
Ferdinand. Wer sprach? Was fällt Euch ein? Und warum dreißig?
Ist's doch als ob mit wiederholtem Schall
Das Wort von allen Wänden widertönte.
Ein kurzer Feldzug sagt' ich, und so ist's.
Was fällt Euch ein? Und warum dreißig eben?
Wallenstein. Ei, Herr, man nennt so viel ein Menschenleben.
Und eh' nicht, die nun Männer, faßt das Grab,
Und die nun Kinder, Männer sind geworden,
Legt sich die Gärung nicht, die jetzt im Blut.
Ferdinand. Wir achten Euch als wohlerprobten Krieger,
Als tücht'gen Führer, wohl dereinst als Feldherrn,
Doch zum Propheten seid Ihr noch zu jung.
Und wenn Ihr, wie man sagt, in Sternen lest,
So denkt an Kaiser Rudolfs traurig Wissen.
Nun laßt uns die Befehle noch bereiten,
Daß jedem kundig wo sein wahrer Punkt.
Denn gleich der Tat ehr ich die kluge Schrift;
Die Feder schlägt oft sichrer als die Waffe.
Musik und Lärm auf der Straße. Vivat Mathias!