Erzherzog Ferdinand. Da schritt ich denn zur Tat, dem besten Rat.
Mein Land ist rein, o wär' es auch das Eure!
Rudolf. Und zwanzigtausend wandern flüchtig aus?
Mit Weib und Kind? Die Nächte sind schon kühl.
Erzherzog Ferdinand. Durch Drangsal, Herr, und Schmerz erzieht uns Gott.
Rudolf. Und das im selben Augenblick wo du
Die Sachsenfürstin freist, die Protestantin?
Erzherzog Ferdinand. Gott gab mir Kraft die Neigung zu besiegen,
Wenn Ihr's erlaubt, so steh ich ab von ihr
Und werbe um des Baierherzogs Tochter.
Rudolf. Sie ist nicht schön.
Erzherzog Ferdinand. Ihr Herz ist schön vor Gott.
Rudolf (eine Gebärde des Schielgewachsenseins machend).
Beinah—
Erzherzog Ferdinand. Gerad ihr Sinn, ihr Wandel und ihr Glauben.
Rudolf. Nun, ich bewundre Euch.—Weis deine Hände!
Ist das hier Fleisch? lebendig, wahres Fleisch?
Und fließt hier Blut in diesen bleichen Adern?
Freit eine andre als er meint und liebt—
Mit Weib und Kind, bei zwanzigtausend Mann,
In kalten Herbstesnächten, frierend, darbend!
Mir kommt ein Grauen an. Sind hier nicht Menschen?
Ich will bei Menschen sein. Herbei! Herein!