Don Cäsar. Nun denn, so faßt mich auch und führt mich mit!
Denn wahrlich, hätt' ihn dieser nicht getötet,
Belgioso fiel' durch mich, ich hatt's gelobt.

Gerichtsperson. Wir richten ob der Tat, den Willen Gott.

Don Cäsar. Ich aber duld es nicht! Mit diesem Schwert
Entreiß ich euch die Beute, die euch lockt.
Setzt an! Auf sie! Macht den Gefangnen frei!

Gerichtsperson. Zu Hilfe der Gerechtigkeit!

(Bürger kommen aus ihren Häusern.)

Rußworm. Laßt ab!
Ihr seid zu schwach und bringt die Stadt in Aufruhr.
Steht meinen Feinden offen, nun wie vor,
Des sonst so güt'gen, meines Kaisers Ohr,
So rettet mich kein Gott. Laßt ab, laßt ab!
Zu beten scheint jetzt nöt'ger als zu fechten.
Wo ist der Minorit?

Don Cäsar. Und ich soll's ansehn,
Es ansehn, ich, mit meinen eignen Augen?

(Lukrezia kommt mit ihrem Vater aus einem Hause rechts im Vorgrunde.)

Don Cäsar. Ha Heuchlerin, so kommst du, dich zu weiden
Am Unheil, das durch dich, um deinetwillen da?
Sieh, dieser ist's, der deinen Buhlen schlug,
—Er tat's, nicht ich, doch freut mich was er tat—
Ein Ende setzte jenem nächt'gen Flüstern,
Den Ständchen, dem Gekos', drob Ärgernis
Den Nachbarn kam, besorgt um scheue Töchter;
Er tat's, und statt dafür ihn zu belohnen,
Schleppt man ihn vor den Richter und verdammt ihn.

Prokop (zur Gerichtsperson). Ist es gestattet, Herr,
Auf offner Straße Ehrbare Mädchen zu beschimpfen also?