Max. Noch einmal sag ich denn: wir sind zu Ende.
Klesel. Nicht ganz, erlauchte Herrn! (Aufstehend.) Wenn ich bisher
Nur auf Erlaubnis sprach und wider Willen,
Tret ich nun auf in meinem eignen Amt,
Als Seelenhirt, als Redner für ein Volk
Und als Vertreter unsers heil'gen Glaubens.
Dieselbe Stimme, die in Wien und Neustadt
Zu Tausenden bekehrt mit ihrer Macht
Erheb ich nun mit gleichem Feuereifer
Im Angesicht der Gegenwart und Zukunft.
Ihr schloßt den Frieden edle Herrn, allein
Wenn ihn, gesetzt, der Kaiser nun verwirft?
Max. Er wird es nicht.
Leopold. Er wird's.
Klesel (zu Leopold höhnisch).
Ihr habt's getroffen
Und kennt, so scheint's, des Kaisers tiefste Meinung.
(Mathias will auffahren, Klesel hält ihn mit einer Handbewegung zurück.)
Ferdinand. Das sagt Ihr uns, nachdem der Bote fort,
Der unser Wort verpfändet an den Türken?
Klesel. Die Not erkennend schloßt Ihr den Vertrag,
Doch erst gehalten sind Verträge wirklich.
Wenn nun der Kaiser Euern Schluß verwirft?
Max. Dann waschen wir in Unschuld unsre Hände.
Klesel. Das wäre Unschuld schlimmer noch als Schuld.
Dies edle Land, es darf nicht untergehn
Und alles was dem Menschen hoch und heilig
Nicht von dem Überdruß, den Wechsellaunen
Und der Entfernung zwischen Prag und Wien
Abhängig sein zu drohendem Verderben.
Am heut'gen Tag, vertragend mit dem Feind,
—Obgleich vorläufig nur, auf spätern Abschluß—
Erkanntet in Euch selber Ihr die Macht
Zu sorgen für des Vaterlandes Beste.
Doch nicht der Kaiser nur ist wankelmütig,
Der Türk' ist treulos, als ein Heide schon,
Im ganzen Reich der fernen Möglichkeiten
Ist nichts als Zweifel, Arglist und Gefahr.
Ihr könnt nicht immer hier zu Rate sitzen,
Deshalb ist nötig, daß für alle einer
Mit Macht bekleidet, wenns die Not erheischt,
Zu handeln als des Hauses Hort und Säule.