Leopold. Er spricht für seinen Herrn.
Klesel. Diesmal nicht also!
Befragt Ihr mich, wen ich vor allen liebe,
Wen ich an Tapferkeit, an hohem Sinn,
Voran den Fürsten mancher Länder setze,
So ist die Antwort: ihn dort, meinen Herrn.
Allein zu solchem Amt fehlt ihm die Festigkeit,
Nicht Kraft, doch das Beharren im Entschluß.
Mathias (zornig).
Ich will Euch zeigen, ob ich fest, ob nicht.
Klesel. Auch hat man uns geheimes Einverständnis
Mit Ketzern, Unzufriednen Schuld gegeben,
Das darf nicht sein bei anvertrauter Macht.
Erzherzog Maximilian wäre rein.
Max. Ich bin entwohnt des Wirkens und Befehlens,
Mich träfe ganz was meinen Bruder halb.
Klesel. Nun denn: ein Muster hier der Festigkeit,
Der Herr der Steiermark, der, rascher Tat,
Die Ketzerei getilgt in seinem Land.
Mathias. Was fällt Euch ein? Ist Euch denn nicht bekannt,
Daß diese Gräzer um des Kaisers Gunst,
Mit Hoffnung wohl zu folgen auf dem Thron,
Der eine laut, der andre leise buhlen?
Ferdinand (zu Klesel).
Auch, habt gerühmt Ihr meine Festigkeit,
Vergaßt Ihr ihre Wurzel: das Gewissen;
Das eine Beugung etwa mir erlaubt
Zu gutem Zweck, wie etwa heut und jetzt;
Doch Übertretung, förmliche Verletzung
Mir nicht gestattet, gält' es eine Krone.
Mathias ist des Hauses Ältester,
Tut not denn übertragene Gewalt,
Wie es fast scheint, so sei sie ihm vertraut.
Mathias. Ja mir gebührt's vor allen und mit Recht.
Klesel (ein Papier aus dem Busen ziehend).
Da braucht es nur noch Eure Unterschrift.