Julius. Vor allem treu stammalter Überzeugung.
Der Huß ist tot, doch neu regt sich sein Glaube.
In Prag hält man schon Rat und knüpft Vereine.

Rudolf (gegen die Türe gewendet).
Und das verschweigt man mir?

Julius. Verzeiht o Herr!
Man will es Euch gemeldet haben, doch—

Rudolf. Der eine sagt mir dies, der andre das,
Wie's ihm sein Vorteil eingibt, seine Meinung.
Arm sind wir Fürsten, wissen das Geheime,
Allein das Offenkund'ge, was der Bettler weiß,
Der Tagelöhner, bleibt uns ein Geheimnis.
Auch war soviel zu tun in letzter Zeit.
Der Schotte Dee war hier. Ein Mann der Wunder,
Der eindringt in die Urnacht des Geschaffnen
Und sie erhellt mit gottgegebnem Licht.
Ich habe viel gelernt in dieser Zeit.
Hätt' ich gleich ihm nur einen mir zur Seite,
Ich stünde dieser Welt und ihrem Dräun.

Julius. Ihr seid verraten, hoher Herr, verkauft.
Indes Ihr lernt, lehrt Ihr der Welt den Aufruhr,
Der schon entfesselt tobt in Euern Städten.

Rudolf. Hast du's gesehn?

Julius. Ich nicht.

Rudolf. So sprich auch nicht!
Ein jeder sieht ein andres, nein, sieht nichts
Und gibt den Rat, der nichtig schon von vornher.

Julius. Ein Mann ist hier, er kommt von Brünn und Wien.
Er hat gesehn. Es ist derselbe, Herr,
Der Euern Flüchtling rückgebracht—Don Cäsar.

Rudolf. Bring ihn zu mir den Mann! Ich will ihn sprechen.
Er hat geleistet mir den höchsten Dienst,
Der mir erwiesen ward seit langen Jahren.