Julius. Er ist im Vorgemach.
Rudolf. Warum nicht hier?
Was zögert er? Warum nicht mir genüber?
Don Cäsar! Wie mein Innres sich empört!
Der freche Sohn der Zeit.—Die Zeit ist schlimm,
Die solche Kinder nährt und braucht des Zügels.
Der Lenker findet sich, wohl auch der Zaum.
(Herzog Julius hat indessen Lukrezias Vater eingeführt.)
Rudolf (ihm einige Schritte entgegengehend).
Ah du, mein Ehrenmann! (Zurücktretend.) Bleibt immer dort!
Dort an der Tür. Ihr seid ein Bürger Prags?
Prokop. Ich bin es, Majestät.
Rudolf. Seit wann denn führen
Die Bürger Waffen?
Prokop (auf den Dolch in seinem Gürtel blickend).
Herr, die böse Zeit
Gebeut zu rüsten sich
(Den Dolch mit der Scheide aus dem Gürtel ziehend, mit einer Bewegung
nach der Türe.)
Doch will ich—
Rudolf. Bleibt!
Ihr habt den Flüchtling der sich Cäsar nennt
Gestellt uns als Gefangenen zur Haft.
Wir danken Euch, und denken Eure Tochter
Zu schützen gegen ihn; vorausgesetzt,
Daß sie nicht selbst, wie etwa Weiberart,
Ihn anfangs tändelnd angezogen—
Prokop. Nein!
Rudolf. Nun Ihr sprecht kurz. Ihr seid ein Protestant?