Mathias. Mit mir ist's aus.
Ich will den Kaiser untertänig bitten
Mir zu verleihn die Stadt und Herrschaft Steyr,
Dort will ich leben, und dafür entsagen
All meinem Erbrecht, aller Sukzession,
Die mir gebührt auf österreich'sche Lande.
Der Anfallstag, er fände mich im Grab.
Klesel. Nun allzuwenig, wie nur erst zuviel.
So treibt Ihr Euch denn stets im Äußersten
O Maximilians unweise Söhne!
(Nachdem er sich umgesehen, leise.)
Eu'r Spiel steht gut, Ihr habt die Trümpfe, Herr!
Harrt aus! Harrt aus! Und nur nichts von Entsagung,
Von Schäferglück! Begehrt mir ein Kommando
In Ungarn! Ein Kommando sag ich Herr!
Was soll Euch Steyr? Der Waagebalken steht,
Und kurze Frist, so schnellt ein Quentchen mehr
In Eurer Schale, diese in die Höh'.
Auf Euch ruht Habsburgs Heil, das Heil der Kirche,
Ruht unser aller Heil.
Mathias. Mit mir ist's aus!
Klesel. Ich seh es ist, und so geb ich Euch auf.
Hier kommt Herr Rumpf, führt selber Eure Sache.
(Er tritt zurück.)
(Wolf Rumpf kommt aus der zweiten Seitentüre rechts, Schriften unter dem Arme, gebückten Ganges, der Kämmerer hinter ihm. Der Kämmerer zeigt mit der Hand auf Erzherzog Mathias. Rumpf geht, ohne darauf zu achten, der Mitteltüre zu. Nachdem er sie fast erreicht hat, tritt ihm Klesel in den Weg.)
Klesel. Eu'r Strengen! Darf erzherzogliche Durchlaucht
Gehör beim Kaiser hoffen?
Rumpf. Kann nicht sein.
Klesel (auf Mathias zeigend, der im Vorgrunde steht).
Dort sind Sie selbst.
Rumpf. Je, Diener, Diener!—Geht nicht.
Des Kaisers Majestät sind unwohl.—Acta,
Negotia.
Klesel. Nur wenige Minuten.
(Leise zu Mathias.)
Drängt ihn! Drängt ihn!