Lukrezia. Wie ohne Grund Ihr mich zu hoch gestellt,
So stellt Ihr mich zu tief nun ohne Grund.

Don Cäsar. Nicht doch, nicht doch!—Ihr stießet mich zurück.
Ich mußt' es dulden, manchen Fehls bewußt.
Doch seht, da war ein Mann, Belgioso hieß er,
Ein Heuchler und ein Schurk'

Lukrezia. Er war es nicht.

Don Cäsar. Verteidigt Ihr ihn denn?

Lukrezia. Wer klagt ihn an?

Don Cäsar. Ich, der ich ihn gekannt.—Er hielt zu mir;
In all dem Treiben das mit Recht man tadelt,
Im wilden Toben war er mein Genoss'.
Doch ging er hin und zeigt' es heimlich an
Und brachte mich um meines Vaters Liebe.

Lukrezia. Der laute Ruf erspart' ihm diese Müh'.

Don Cäsar. Die Welt hat Recht zum Tadel, nicht der Freund.
Doch plötzlich kehrt' er sichtlich mir den Rücken,
Zu gleicher Zeit betrat er Euer Haus.

Lukrezia. Er war der Freund des Vaters, nicht der meine.

Don Cäsar. Als Freund des Vaters denn nahmt Ihr ihn auf,
Doch als der Eure, denk ich, kam er wieder,
War Mitbewohner fast in diesem Haus,
Bei Tag, bei Nacht.