Schlick. Allein was tun wir selbst?

Thurn. Man wirbt um euch.
Verhaltet euch wie die verschämte Braut,
Der neue Freier bringt euch neue Gaben.

(Herzog Julius kommt mit einem Hauptmanne, der einen Schlüssel trägt.)

Julius. Ihr Herrn ist das wohl Fug und Recht? Man stellt
Im Schlosse Wachen wie in Kerkermauern,
Selbst vor des Kaisers fürstliches Gemach.
Man fordert ab die Schlüssel aller Pforten,
Des Eingangs Freiheit und des Ausgangs hemmend.
Zuletzt noch diesen, der vor allem nötig.
Er führt zum Turm, in den man rück Don Cäsar
Den unglückselig wildverworrnen brachte,
Im Wahnsinnfieber gen sich selber wütend.
Die Ärzte haben, Blut mit Blut bekämpfend,
Die Adern ihm geöffnet an dem Arm.
Er braucht des Beistands und des freien Zutritts,
Drum fordr' ich diesen Schlüssel hier von Euch.

Thurn. Doch deucht mich, daß Don Cäsar, eben er,
Verbunden mit den Räubern heute nacht,
Teilnahm an all dem Greuel der geschah,
Weshalb er in Gewahrsam nur mit Recht.

Julius. Der Richter wird erkennen seine Schuld.

Thurn. Man weiß noch nicht wer Richter hier im Land.

Julius. Doch wohl nicht Ihr?

Thurn. Verhüt' es Gott!
Doch auch nicht jene, die des Unheils Stifter,
Als schuldig etwa selber sich gezeigt.
Wir harren eines Höhern, der schon naht.
Allein damit Ihr seht, daß Euer Wert
Als Fürst des Reiches und als Ehrenmann
Auch hier im fernen Böhmen anerkannt;
Nehmt diesen Schlüssel; ob zwar auf Bedingung:
Daß nur der Eintritt und für Ärzte nur,
Nicht auch der Austritt etwa gar für ihn
Geknüpft an diesen Bürgen seiner Haft.

Julius. Ich dank Euch edler Graf, und bin erbötig
Zu gleichem Dienst, kommt Ihr in gleichen Fall.
Doch jetzt nehmt Euern Abschied, wenn's beliebt.
Von fern seh ich des Kaisers Majestät,
Den Ihr vertrieben aus der Burg Gemächern,
Gönnt ihm den Atem in der freien Luft.