Königin.
Ich aber will's, gehorche!
(Der Vorhang wird aufgezogen. Herzog Otto liegt nach vorne gekehrt, den Kopf in die Hand gestützt, auf einem querüber stehenden Ruhebette.)
Mein Bruder! Ha! und wie entstellt und bleich!
Wenn's dennoch wäre, wenn—verhüt es Gott!
Geht hin, und fühlt den Puls!
Arzt (sich dem Ruhebette nähernd).
Erlauchter Herr!
(Otto richtet sich mit halbem Leibe drohend empor. Arzt zieht sich zurück.)
Königin.
Was muß ich sehn, mein Bruder? Weigerst du
Der Hilfe dich, der heilbeflißnen Sorge?
Nun glaub ich erst, was kurz vor man berichtet!
Der Dolch in jener Wand bekundet deutlich,
Wie du dich nimmst, wie sehr du dein vergißt.
Du warfst ihn nach dem kundig wackern Mann,
Er sollte haften dort zur Straf' und Warnung.
Doch schon ich dein, und finde selbst bedenklich
Solch Werkzeug in des Rasenden Bereich.
Macht los den Dolch, ich nehm ihn selbst zu mir,
Erst dem Genesnen geh ich seine Waffen.
(Der Dolch wird gebracht, sie legt ihn auf den Tisch.)
Er schweigt, kehrt nicht einmal den Blick nach mir,
Nun Krankheit, oder Starrsinn, fort mit beiden!
(Näher tretend.)
Wie geht's Euch, Herzog?
Otto.
Gut!
Königin.
So steht denn auf!
Wollt Ihr nicht essen?