Otto.
Noch eins!

(Er spricht, mit dem Diener zur Türe gehend, leise ihm ins Ohr.
Diener ab.)

Königin.
Was ist?

Otto.
Ein Auftrag meinen Leuten,
Daß wir nicht reisen, daß wir bleiben noch.

Königin.
Nun aber hör! Ich weiß, was ich verletze,
Wie sehr zu tadeln, daß ich mich gefügt.
Verdammlich ist die Liebe, meine Liebe,
Die du mißbrauchst, und doch so teuer mir.
Nun aber zeige, daß du ihrer wert,
Erspare einen Teil mir der Beschämung,
Indem du so dich nimmst, wie ich gehofft,
Als ich mich fügte deinen raschen Wünschen.
Gib mir dein Wort!

Otto.
Man kommt!

Königin
O Gott!
Auf dir ruht nun mein Dasein, fahre mild!
(Durch die Tapetentüre ab.)

Otto.
Auch ich will nur hinein in mein Versteck.
Der Feind erkenn' erst später die Gefahr.
(Er tritt hinter den Vorhang, der sich schließt.)

Erny (kommt durch die Seitentüre).
Es ward gesagt, die Königin sei hier.
Wo ist sie denn? Das Zimmer ist ja leer;
Kein andrer Ausgang auch, als wo ich kam.
Horch! Hinter jenem Vorhang tönt ein Rauschen,
Vielleicht, daß dort!

(Sie blickt hinter den Vorhang, ihn in der Mitte öffnend. Währenddem tritt Herzog Otto leise von der rechten Seite hervor und bleibt an der Türe stehen.)