(An der Tapetentüre wird gepocht.)
Ha Schwester, du?
Es ist zu spät, sag ich nun auch zu dir!
(Er dreht den Schlüssel an der Tapetentüre.)
Die Würfel liegen, und kein Schritt zurück.
Ergreift sie, sag ich euch!
Erny.
Ich aber: Weicht!
(Sie hat den Dolch ergriffen, der auf dem Tische lag.)
Du hilfreich Werkzeug, dich hat Gott gesendet!
Glaubst du dich meiner Herr, und jauchzest drob?
Wer mich berührt, den trifft dies scharfe Eisen.
Ein zürnend Weib und eine Ungarin,
Wer wagt's, und naht?
(Sie tut einige Schritte ihnen entgegen, die Gewappneten halten ein.)
Otto.
Ha Feige! zittert ihr?
Und habt doch Harnisch an?
(Die Gewappneten gehen auf sie los.)
Erny.
Erbarmen!—Ha,
Sie nahn, sie fassen mich!
(Einer der Gewappneten hat sie ergriffen, sie reißt sich los.)
Hier ist kein Harnisch!
(Sie stößt sich den Dolch in die Brust.)
O weh!—Es schmerzt!—Muß ich so früh schon sterben?—
Mein Blut!—Es schmerzt!—
(Sie sinkt zu Boden.—Herzog Otto entflieht nach dem Innern des
Gemaches zu. Sobald gepocht wird, bleibt er erstarrt stehen, noch
immer in der Stellung eines Fliehenden, den Rücken gegen die
Zuschauer gekehrt.)