Bancbanus (zu den Leichengästen).
Euch andern Dank für diesen letzten Dienst,
Den ihr erwiesen mir und meinem Weib.
Zur sichern Ruhstatt brachten wir sie hin,
Wo Gott sie hat, und hat sie ach! so lieb,
Daß er sie nimmer läßt. O nimmer! Nie!
(Mit erstickter Stimme.)
Nun denn: dein Will' gescheh'!—Kehrt nun nach Haus,
Und haltet ruhig euch und still. Denkt drum nicht schlimmer
Von mir und von den Meinen. Wenn mein Weib sich
Auch eines Fehltritts, wie es heißt, vermaß,
Für den man sie so hart, ach, gar so hart bestraft,
Geschah's gewiß aus Übereilung nur,
Denn sie war ruschlich—o mein Weib! mein Weib! mein Weib!—

Was sie versehn, und wie sie sich vergangen,
Ob man zu streng, zu hart an ihr getan,
Es wird sich weisen, kehrt der König wieder.
Und das soll bald, gemeldet ward's ihm schon.
Der nun wird sitzen mit dem Schwert des Rechts,
Wer rein, wer schuldig, wird sein Wort entscheiden.
Bis dahin haltet euch als ruh'ge Bürger,
Und meines Danks versichert, lebet wohl!

Simon.
Halt noch! und du! Seid Ihr so zahm, so feig,
Daß Ihr mit Tränen ehrt nur ihren Tod?
Sie hätte eines Fehltritts sich vermessen?
Getötet hat man sie, hat sie ermordet,
Weil sie sich nicht gefügt verbotner Lust.

Bancbanus.
Bist du der Richter hier in diesem Land?
Der Alleswissende du ob den Sternen?
Daß du so kühn dein Urteil gibst für Recht?

Simon.
Ein Ungar bin ich, rufend um Gericht.

Bancbanus.
Es soll dir werden, kehrt der Richter heim.

Simon.
Dann ist der Schuld'ge fern, sie retten ihn.

Bancbanus.
Das soll man nicht!

Simon.
Sie wollen's und sie tun's!

Bancbanus.
So sehr denn lechzest du nach seinem Blut?