Simon.
Ich, ja!

Bancbanus.
Auch ich, gäb's wieder mir mein Weib!

Simon.
So tret ich denn als ihr Verwandter auf,
Und fordre Bahrrecht, Blutrach', und zur Stund'!

Bancbanus.
Ich bin der Nächste, dem man sie geraubt,
Dem man sein Heil, dem man sein Glück getötet,
Mein Kind, mein Weib, mein alles auf der Welt.
Wenn nun nicht ich, wer ist so kühn und redet?
Hier steht noch einer, sieh, ihr Bruder hier,
Allein er schweigt und starret auf den Grund.
Komm, Peter komm! Wir wollen in mein Haus!
Es ist um Zwielicht schon, wir setzen uns
Dort, wo sie saß und sprach, und sagen uns,
Wie lieb sie war und gut;—komm, Peter komm!
Und weinen uns recht satt.

Simon (Peter am Arme haltend).
Nicht von der Stelle!
(Zu Bancbanus.)
So wisse denn, die Burg ist schon umringt.
Auslieferung des Mörders fordern wir,
Nicht ihn zu töten, nur zu sichrer Haft.
Wird nicht Gewährung uns zu dieser Stunde,
So stürmen wir das Schloß. Bist du ein Mann,
So nimm dein Schwert, und geh an unsrer Spitze.

Bancbanus.
Aufrührer! ich mit euch? Ich bin der Mann des Friedens,
Der Hüter ich der Ruh'.—Mich hat mein König
Geordnet seinen Frieden hier zu wahren;
Ich in den Bürgerkrieg mit euch?
Fluch, Bürgerkrieg! Fluch dir vor allen Flüchen!
Aufrührer, sieh, und so verhaft ich dich.
Im Namen meines Königs, deines Herrn!

Simon (ihn mit vorgestreckter Hand abhaltend).
Schwachsinniger! Bewahrst du andrer Rechte,
Und kannst die eignen nicht bewahren dir?
So bleib denn, bleib! Das Ziel sei der Verachtung,
Ein Spott für jeden, dem die Ehre lieb!
Kein Tapfrer setze sich an deinen Tisch,
Der Bettler weise dir zurück die Gabe,
Unheilig sei die Stätte deines Grabs.
Bewein dein Weib, ich aber will sie rächen!
Ihr in der Trauer friedlichem Gepränge,
Nehmt Schild und Schwert, zeigt männlich euer Leid!

Bancbanus.
Verwandte! Freunde! Haltet! Hört mich erst!

Simon.
Wer denkt wie ich, der trete her zu mir!

(Die Leidtragenden treten zu ihm über und nehmen Waffen.)