Zawisch.
Ah!
Mit wem er sich zum zweitenmal vermählt?
Ei, mit wem anders denn, als dort mit jener,
Mit Eurer Tochter? Ihr habt's schlau gekartet!
Erst führtet Ihr das Mädchen still ihm vor,
Geschmückt! man konnte kaum was Schöners sehn!
Dann halft der Armen Mangel Ihr an Witz
Mit Euerm eignen nach. Was sie da Reden führte!
Die Königin von Saba kann nicht besser!
Zuletzt—nu, was weiß ich, was alles noch!
Kurz, er ist ganz berückt, und gebt nur acht,
Er kommt zur Stund' und freit um ihre Hand.
Berta (aufspringend).
Zu ihr, zu ihr! zu ihren Füßen sterben!
(Ab in der Königin Gemach.)
Zawisch.
Ha, ha, ha, ha!
Merenberg.
Herr Zawisch!
Zawisch.
Lustig! lustig!
Wir wollen auf des Königs Hochzeit tanzen!
(Zu Seyfried.)
Ihr habt ja auch vordem um sie gefreit?
Weiß Gott! ich glaub, einmal zu Nacht, bei Wein,
Gefiel mir selbst ihr rot und weiß Gesicht!
Nu, gebt mir Eure Hand, Herr Bundesbruder!
(Seyfried wendet sich ab.)
Milota.
Wozu das tolle Wesen? Grad und kurz:
Mit wem vermählt der König sich?
Zawisch.
So kurz
Als Eure Frage soll die Antwort sein!
Mit Kunigunde von Massovien,
Des Ungarkönigs Nichte.
Benesch.
Gift und Pest!
Zawisch.
Ihr wolltet selbst des Königs Eh' getrennt,
Habt jahrelang euch weidlich drum bemüht;
Sie ist getrennt—und er freit Belas Nichte.
Benesch (mit der Hand vor der Stirn).
Verraten, hintergangen! Schändlich, schändlich!