Zawisch.
Nun, so komm!
Hier hast du deinen Brief; so, und nun spring!
(Er hat ihn ans Geländer geführt, Seyfried springt hinab.)
Milota.
Wahnsinniger!
Zawisch.
Hei, was der Junge läuft!
Milota.
Ihm nach!
Zawisch.
Zurück! Hast du dich mir vertraut?
Nun, hast du es getan, so traue mir!
Ich weiß am besten, was sich fügt, was nicht;
Zu seiner Zeit wird sich's dir offenbaren.
Und dann—das junge Blut, mein gutes Herz!
Ha, ha!—Sprich nicht und geh! Es kommen Dinge,
Bei denen ich nach Zeugen nicht verlange.
Du gabst dein Wort, daß du mich läßt gewähren,
Drum geh!
Milota (kehrt am Ausgange um).
Folgst du auch nicht mehr zum Turnier?
Zawisch.
Die Waffen hab ich schon von mir gelegt,
Der Preis ist mein!—Geh jetzt! Der Augenblick
Pocht wie ein Gläubiger und will, was sein!
(Milota ab.)
Ich sehe sie den Gang herunterkommen,
Begleitet nur von einer Kämmerin;
Nun rasch ans Werk!
(Zu einer Bildsäule der Liebesgöttin gewendet, die im Vorgrunde links
steht.)
Du keusche Liebesgöttin,
Getreue Gattin deines holden Gatten,
Dich fleh ich an: verleih mir deinen Schutz!
(Er zieht ein Blatt hervor und steckt es, zur Bildsäule auf einer Stufe
des Untersatzes emporsteigend, unter den halbgehobenen Fuß der Göttin.)
Bewahre mir dies Blatt hier und bestell es!
Man kommt!—Ich muß noch etwas zögern!—Jetzt!
(Er springt herab und eilt, wie betroffen, fort.)