(Die Königin tritt in demselben Augenblicke mit ihrem Kammerfräulein links im Hintergrunde auf.)
Kunigunde.
War das nicht Rosenberg? der Unverschämte!
Ruf ihn zurück!
Fräulein (in die Szene rufend).
Herr Zawisch! Kommt hierher!
Die Königin befiehlt es! Hier! Ihr sollt!
(Zawisch kommt zurück, verschämt das Barett in der Hand drehend.)
Königin.
Ich weiß nicht, Herr, bin ich nicht voll bei Sinnen,
War ich im Fiebertraum, die Tage her;
Wie, oder seid Ihr ganz so unverschämt,
So rasend—Nein! Die Sprache hat kein Wort!
Verrückung möcht' am ersten es bezeichnen—
So unverschämt-verrückt, als Ihr Euch zeigt?
Bei meiner Ankunft schriet Ihr gellend auf—
Ihr wart's! Ich stand drei Schritte fern und weiß es!
Seitdem verfolgt Ihr rastlos mich mit Blicken,
Mit Blicken, die ich näher nicht bezeichne,
Doch regt sich mir der Ingrimm, denk ich dran.
(Näher zu ihm tretend.)
Nur erst, beim Tanz, als ich die Hand Euch reichte,
Ja, Frecher, ja! Ihr drücktet mir die Hand!
Wer bin ich, Herr? und wer seid Ihr?
Zawisch.
Verzeiht!
Kunigunde.
Behandelt so hier Lands man Königinnen?
Wär' ich zu stolz nicht, meines Gatten Zorn
In meiner eignen Sache aufzurufen,
Wär's hier in Böhmen wie bei uns daheim,
Wo auch die Frau ein Recht hat, eine Stimme,
Und Macht, um zu vollführen, was sie denkt,
Wo eine Königin nicht bloß des Königs Gattin,
Wo sie Gebietrin ist; es sollt' Euch reun!
Zawisch.
Verzeiht!
Königin.
Und nun: verzeiht! Erst frech und kühn,
Und nun so knechtisch, daß es an mich ekelt!
Was stecktet Ihr an jene Säule hin?