Zawisch (immer die Hand hinhaltend).
Er soll für jemand anders!

Kammerfräulein.
Ich—hab ihn nicht mehr!

Zawisch.
Wie? Ihr habt ihn nicht mehr?
Dann wahrlich ist er in der rechten Hand!
(Er wirft sich vor der Königin auf das Kissen nieder. Feurig.)
O Königin, habt tausend, tausend Dank—
(Langsam.)
Im voraus für den Preis, den Ihr mir reichet.

Ottokar (sein Gespräch unterbrechend).
Warum gebt Ihr den Preis nicht, Kunigunde?

Königin (beleidigt).
Ich wollte früher schon, eh' Ihr befahlt!
(Mit der Schärpe nahend.)
Herr Ritter!

Zawisch.
Wie beglückt Ihr mich, Gebietrin!
In Demut beugt sich Euch mein dienstbar Haupt!
(Leise.)
»O Hand von Schnee
Und doch so heiß!«

Königin (leise).
Wenn Ihr nicht schweigt!

Zawisch (laut).
Mit diesem teuren Pfand
Statt Harnisch angetan, statt aller Waffen,
Will fahrend ich die weite Welt durchziehn
Und Euren Ruhm und meines Königs Ruhm
Verkünden und verfechten überall,
Für ihn und Euch mein Leben!
(Da die Königin sich mit der Schärpe zu ihm neigt, leise und schnell.)
Alte Männer
Sollten alte Weiber freien! Jugend
Gehört für Jugend!
(Die Königin wirft die Schärpe auf den Boden.)

Ottokar (herüberrufend).
Nun, noch nicht zu Ende?

Zawisch (leise).
Dies Haupt dem Henker, wenn Ihr so es wollt!