Ottokar.
Wie? Nichts?
Zawisch.
Herr, es gibt Dinge,
Die man mit Recht dem König selbst verbirgt!
Ottokar.
Ein Liebespfand?
Zawisch.
Ein Pfand, Herr, das man liebt.
Ottokar (nach einer Pause der Beobachtung).
Wer hat die Königin heut angekleidet?
Kammerfräulein.
Ich, gnäd'ger Herr.
Ottokar.
Seid Ihr so sorglos, Dirne,
Daß einen Arm Ihr nur mit Schleifen ziert,
Indes der andre leer?
Kammerfräulein.
Gewiß—verloren!
Zawisch (zum Suchen gebückt).
Man muß sie suchen.
Ottokar.
Laßt das nur, Herr Zawisch!
Wenn die Versammlung fort ist, macht sich's leichter;
Allein bis abends hoff ich sie zu sehn!
Dem aber, der sie fand, gebt diesen Ring
(Er zieht ihn vom Finger und gibt ihn Rosenberg.)
Im Namen meiner Gattin, seiner Frau:
Denn Königinnen schenken Diamanten,
Doch Busenschleifen nicht.—Euch, Königin,
Bitt ich, in Zukunft Euren Anzug mehr
Und—meiner Würde mehr in acht zu nehmen!
(Zu Zawisch.)
Vergeßt es nicht und richtet's aus dem Finder!