Kunigunde.
In meinem Namen, Ritter, aber sagt ihm:
Er möge das behalten, was er fand;
Denn was ich schenke, Schleife, Diamant,
Indem ich's schenke, ändert's die Natur
Und ist nur noch der Königin Geschenk.
Auch mög' er sehen, daß ich Herrin bin,
Zu schenken, was ich will; und wenn es mehr
Als Schleife wäre, mehr als Diamant!
(Sie geht ab.)

Der König (geht einigemal auf und nieder, dann bleibt er vor Rosenberg
stehen).
Was war hier, Rosenberg?

Zawisch (auf ein Knie niedergelassen).
Zürnt mir mein König?

Ottokar (ihn betrachtend).
Du solltest töricht gnug sein, meinen Zorn,
Den Zorn des Ottokar auf dich zu rufen
Um einer Laune, eines leeren Nichts?
Wer bist du denn, daß du es wagen solltest?
Ich hauche—und wo war dann Rosenberg?
Ich aber kenne dich als klug!—Steh auf!

Zawisch.
Nicht wenn Ihr zürnt!

Ottokar.
Ich sage dir: steh auf!
(Zawisch steht auf.)

Ottokar.
Ihr aber geht zu meiner Frau und sagt ihr:
Nicht stören möge sie der Gäste Frohsinn
Durch längeres Entbehren unsrer Wirtin!
(Diener ab.)

Ottokar.
Ihr, Ortolf, also richtet mir ins Werk,
Was Ihr verspracht; den Lohn verbürg ich Euch.
Ich will sie lehren, an das Reich sich wenden!
(Auf die Brust schlagend.)
Hier ist das Reich!

Diener (kommt zurück).
Die Königin ist unpaß.

Ottokar.
Ei, derlei Krankheit ist nicht schwer zu heilen!
Geh noch einmal und bitte sie zu kommen.
(Diener geht.)
Und nun, ihr Herrn, hinauf zum Rittersaal!
Und laßt den Tanz, laßt sich das Fest erneun,
Bis an den Morgen rege sich die Lust!
(Zu Füllenstein.)
Vergiß nicht, was ich dir gebot!