Benesch.
War nicht Herr Zawisch hier?
Seyfried (indem er sich abwendet).
Ich sah ihn nicht!
Benesch.
Er ritt doch nur ins Schloß!
Milota.
Sei ruhig, Bruder!
Benesch.
Was ruhig? Sieh, ich bin's! Der König wagt's nicht!
Heiß ich nicht Rosenberg? Ist unser Haus
Im ganzen Lande nicht das mächtigste?
Und er sollt's wagen? Solchen Schimpf? Ha, Possen!
Doch soll's heraus, wer das Gerücht ersann;
Ich will ihn treffen, so—und so—und so!
Bis in das vierte Glied!
(Berta von Diedicz kommt.)
Benesch.
Ha, Närrin, du?
Was willst du hier? Geh fort, auf dein Gemach!
Berta.
Ich kann nicht bleiben, rastlos treibt's mich um.
Sie eilen durch das Schloß und flüstern sich
Entsetzliches mit scheuen Blicken zu.
Sagt, Vater, ist es wahr?
Benesch.
Das fragst du mich?
Geh fort! von hier!
Berta.
O Gott! wo find ich Menschen?
(Indem sie auf Seyfried losgeht, zurückfahrend.)
Ihr, Merenberg? Euch sollt' ich eher meiden,
Vor allen Euch; und doch, Ihr seid ein Mensch!
Ich hab Euch schwer beleidigt, Merenberg,
Doch rächt Euch jetzt nicht, jetzt nicht! Seht mich knien.
(Sie kniet.)
Sagt, ist es wahr?