Diener (kommt).
Der Kanzler, Euer Hoheit, Braun von Olmütz.
Ottokar.
Seht Ihr? er kömmt zurück.
Diener.
Mit ihm ein Ritter
In lichter Rüstung, Fürsten gleich geziert,
Und zwei Herolde in des Reiches Farben,
Den Adler vor der Brust, die laut Trompeten.
(Trompeten von innen.)
Zawisch.
Erlaube, königlicher Herr und Kaiser,
Daß wir die ersten deiner neuen Diener—
(Die ganze Versammlung macht eine Bewegung nach vorn.)
Ottokar.
Zurück! Wollt ihr dem Reichstagsboten zeigen,
Daß unverhoffte Freud' er überbringt?
Auch wißt ihr nicht, ob ich die Wahl genehm'ge!
(Zu den Gesandten, die sich zurückgezogen haben.)
Wo geht ihr hin? Ich hab euch nicht entlassen!
Nichts ist geschehn, was Störung bringen kann.
Der Mainzer also, sagt ihm's, mag sich hüten!
Denn komm ich an den Rhein, und das soll bald,
Zum Dank für all die frechen Winkelzüge
Treib ich ihn aus von seinem Bischofsitz.
(Der Kanzler ist indessen eingetreten. Alle umringen ihn mit fragenden
Gebärden; er bleibt im Hintergrunde, die Hände ringend.)
Ottokar (im Vorgrunde fortfahrend).
Der Pfalzgraf auch bei Rhein steht mir nicht an,
Ich werde seine Kur dem Baier geben.
Noch allerlei will ich in eurem Land,
Und alle, die mir dieses Schreiben nennt—
Zawisch (im Hintergrunde losbrechend, doch halblaut).
Die Wahl des Reichs fiel nicht auf Ottokar?
(Der Kanzler schüttelt mit gefalteten Händen das Haupt.)
Zawisch.
Auf wen denn sonst?