Frau.
Ich dachte—
Merenberg.
Was denn?
Bin ich in Fehde denn mit meinen Nachbarn?
Liebt man den Merenberg nicht rings im Land,
Daß vor zwei Reitern ich mich scheuen sollte?
Wer weiß, was Wicht'ges sie zu melden kommen?
Vielleicht von meinem Sohn! Führ sie herauf!
(Frau ab.)
Das hieße sich noch gar verdächtig machen,
Verschlöss' ich mich vor Botschaft und Besuch.
Ob freilich zwar der böse Zeitenlauf
Zur Vorsicht rät und leicht wohl gar zu Mißtraun;
Doch sind mir zwanzig Knechte ja im Schloß!
(Herbott von Füllenstein und Ortolf von Windischgrätz treten, von Merenbergs
Frau geführt, ein. Beide ganz gerüstet und mit geschlossenem Visier.)
Merenberg.
Ei, Gott zum Gruß, ihr Herrn! Frau, bring noch Wein!
(Frau ab.)
Was führt euch her zu mir? Zwar, eh' ihr sprecht,
Setzt euch an Tisch und nehmt mit mir vorlieb;
So ist es Sitt' in unserm Steierland.
(Sie setzen sich.)
Beliebt's euch nicht, den Helm vom Haupt zu nehmen?
(Beide schütteln verneinend die Häupter.)
Verbietet's ein Gelübd'?—Doch wie ihr wollt!
Ihr zieht dem Heer des Königes wohl zu?—
Des Königs Ottokar?—Er lagert an der Donau
Seitwärts Korneuburg, weit bis Tulln hinab
Am linken Ufer, war , mir angesagt.
Und Kaiser Rudolf—nu, den Habsburg mein ich—
Am rechten Ufer hält er Wien belagert.
Den Fluß zu übersetzen scheuen beide.
Allein ihr sprecht nicht, und ihr eßt auch nicht!
Beide (aufstehend).
Wir essen mit Verrätern nicht!
Merenberg (springt auf).
Daß Gott!
Füllenstein (der das Schwert zieht und sich vor die Türe stellt, das
Visier öffnend).
Erkennst du mich?
Merenberg.
Herbott von Füllenstein,
(Der andre hat auch das Visier aufgeschlagen.)
Ortolf von Windischgrätz!—Was tut ihr, Herren?
(Ortolf von Windischgrätz ist ans Fenster getreten und stößt ins Horn.)
Füllenstein.
Im Namen unsers Königs Ottokar
Nehm ich dich in Verhaft als Hochverräter.
Merenberg.
Warum?