(Der Vorhang fällt.)

Dritter Aufzug

Gemach in Merenbergs Schlosse.

Der alte Merenberg (steht am offenen Fenster, die Mütze zwischen den
gefalteten Händen).
Die Sonne steigt empor. Hab Dank, o Gott,
Des Greisen Dank, für diesen neuen Tag!
Und für den Tag, den du geschenkt dem Lande,
Da du hervorriefst aus des Dunkels Schoß
Mildglänzend Habsburgs leuchtendes Gestirn,
Das wieder grün macht die zerstampften Auen
Und wieder lau die frostdurchschnittne Luft.
O gib, daß wir, der Deutschen Äußerste,
Teilnehmen an dem Heil, das dort entstand;
Daß alle, die wir Österreicher sind,
Entnommen aus des Fremden harter Zucht,
Wie Brüder kehren in der Eltern Haus,
Von eines Vaters Auge fromm bewacht.
Amen, so soll's geschehn!—Wer klopft?

Frau (von außen).
Ich, Alter!

Merenberg.
Ei, nur herein!

Frau (tritt ein mit einer Schüssel und Wein).
Ich bringe dir das Frühstück.

Merenberg.
Setz immer hin! Wer spricht im Schloßhof unten?

Frau.
Zwei Reiter, die nach dir verlangten.

Merenberg.
Nun?
Warum bringt man sie nicht?