(Das Zelt öffnet sich. Kaiser Rudolf sitzt im ledernen Unterkleide an einem Feldtische. Er hat einen Helm vor sich, an dem er mit einem Hammer die Beulen ausklopft. Vollendend und zufrieden seine Arbeit beschauend.)

Rudolf.
Nun hält das lange wieder, ab und zu.
(Er sieht sich um.)
Schon Leute da?—He, Georg, hilf einmal!
(Ein Diener hilft ihm, er zieht den Rock an.)

Erster Bürger (im Vorgrunde).
Gevatter Grobschmied, saht Ihr wohl? Der Kaiser,
Den Hammer in der Hand! Vivat Rudolphus!

Zweiter Bürger.
Sei still, sei still! Er tritt schon auf uns zu!
(Der Kaiser kommt die Stufen herab.)

Seyfried von Merenberg (tut einen Fußfall).
Erlauchter Herr!

Rudolf.
Ei, Merenberg? Nicht wahr?
Seid ruhig, Euer Vater wird befreit,
Des geb ich Euch mein Wort. Im weiten Reich
Hat Gottes Hilfe hergestellt die Ruh',
So wird's auch hier in Eurem Osterland.
Der Fürst von Böhmen kommt heut zum Gespräch;
Vor allem will ich Eurer da gedenken!
(Merenberg tritt zurück.)
(Ein Kind mit einem Blumenstrauß läuft auf den Kaiser zu.)

Rudolf.
Wem ist das Kind? Wie heißt du?

Eine Frau.
Katharina,
Kathrina Fröhlich, Bürgerskind aus Wien.

Rudolf.
Fall nicht, Kathrina! Ei, was ist sie hübsch!
Wie fromm sie aus den braunen Augen blickt,
Und schelmisch doch. Zierst du dich auch schon, Kröte?
Was wollt Ihr, gute Frau?

Frau.
Ach Gott, Eu'r Hoheit!
Die Böhmen haben unser Haus verbrannt,
Mein Mann liegt krank vor Kummer und Verdruß.