Rudolf (zu einem seiner Begleiter).
Schreibt Euch den Namen auf und sehet zu!
(Zur Frau.)
Worin zu helfen ist, da wird man helfen!
Schweizersoldat (tritt vor, hinter ihm noch drei oder vier andere).
Mit Gunst und Urlaub, gnädiger Herr Landsmann!
Rudolf.
Ei, Walter Stüssi aus Luzern? Was willst du?
(Zum Kinde.)
Geh nur zu deiner Mutter, Katharina,
Dem Vater wird geholfen, sag ihr das!
(Das Kind läuft zur Mutter.)
Schweizer.
Ich und die andern da vom Lande Schweiz,
Wir kommen her, ob Ihr die Gutheit hättet
Und gäbt uns etwas Geld!
Rudolf.
Ja Geld, mein Freund,
Geld ist ein gutes Ding, wenn man nur hat.
Schweizer.
So habt Ihr keins? Ja so!—Und führt doch Krieg?
Rudolf.
Sieh Freund, du weißt wohl noch von Hause her,
Gar manchmal hat ein Landwirt auf gespeichert
An Frucht und Futter für den Winter gnug,
Bis voll zur Frühlingszeit. Allein der Frühling
Anstatt im Märzen kommt er erst im Mai,
Und Schnee liegt dort, wo sonst wohl Saaten standen;
Wenn da der Vorrat aufgeht, schmähst du ihn
Als einen schlechten Wirt?
Schweizer.
Behüte Gott!
Das hat wohl mancher schon an sich erfahren!—
Und Ihr?—Ja so! (Zu seinen Landsleuten.) Seht nur, er ist der Landwirt,
Und dau'rt der Winter—heißt: der Krieg—so lang,
Und ist die Brotfrucht aufgezehrt:—das Geld.
Nu Herr, wir warten schon noch etwas zu:
Indessen holt man aus des Landmanns Kasten.
Rudolf.
Wenn ihr nicht bleiben wollt, so geht.
Doch wer sich nicht begnügt mit Lagerzehrung,
Und mir die Hand legt an des Landmanns Gut,
Der hängt, und wär's der Beste!
Schweizer.
Nu, 'ne Frage
Ist wohl erlaubt. Es ist nur, daß man's, weiß.
Wir wollen zusehn noch ein Tage vier,
Vielleicht wird's besser bis dahin.