(Benesch von Diedicz und seine Tochter treten rechts im Hintergrunde auf.)
Benesch (am Stabe, führt Bertan).
Ei, sieh nur, wie die liebe Sonne scheint!
Du mußt einmal ins Freie! Berta komm!
Die dumpfe Stubenluft ist ungesund.
Und tu mir's auch zulieb, und sprich einmal!
Sprich, Berta, sprich! und wär's ein einzig Wort!
Als: ja und nein. Tu's deinem alten Vater!
Sieh, auf Johanni wird's—ich weiß nicht recht
Wie lang, seit du so vor dich siehst und schweigst.
Das ist recht kläglich! Willst nicht reden, Berta?
Ich hörte lieber dich im Fieber rasen,
Als jetzt den langen Tag kein einzig Wort.
Ei, was vergangen ist, das ist vergangen!
Wir denken nicht mehr dran, und so ist's gut.
Bürgermeister.
Still!
Benesch.
Nun, sie schweigt ja leider ohnehin!
Herr, Tag für Tag, und öffnet nicht den Mund!
Bürgermeister (leise).
Dort sitzt der König!
Benesch.
Wo?
Bürgermeister.
Dort auf den Stufen!
Benesch.
Ei, Berta, sieh, dort sitzt der böse König,
Der dir so weh getan, du armes Kind!
Ei, sprich einmal und schmäl ihn tüchtig aus.
Sag: arger Mann, ich freu mich deines Leids,
Du hast's um mich verdient und meinen Vater.
(Berta hebt eine Handvoll Erde auf und wirft damit, wie Kinder pflegen, gerade vor sich hin, ohne zu treffen.)
Benesch.
Ja, wirf ihn nur! o daß es Dolche wären!
Wirf, Berta, wirf! den argen, bösen Mann.
Doch Gott hat unsre Rach' auf sich genommen:
Gekniet hat er vor seinem ärgsten Feind,
Vor einem Mann, den er sonst wohl verachtet,
Im Angesicht des Heers hat er gekniet.
Ei, rüttle dich, ich fürchte mich nicht mehr!
Ist doch ein Höherer, der dich bezwingt.
Mach erst, daß mir mein Kind da wieder spricht,
Dann laß mich töten, mich bekümmert's wenig.