Ottokar.
Sie folgen alle? Lassen mich allein?
(Zum Kanzler.)
Bist du mein ganzer Hof?—Ha, Ottokar!
Verachtet von dem Letzten meiner Diener,
Verhöhnt von meinem Weib, mit Recht verhöhnt,
Wie Wild gehetzt, von Haus und Bett vertrieben!
Ich kann's nicht tragen, kann nicht leben so!
Hinausgestrichen aus der Fürsten Zahl,
Ein Dienstmann dessen, der mir sonst ein Spott;
Und ungestraft, mein lachend, ziehn die Frechen,
Die mich verraten, fort aus meiner Haft.
Horch!

(Man hört in der Entfernung den Herold seinen Ausruf wiederholen.)

Ottokar.
Vivat Rudolphus? In der Hölle leb' er!
Ruf mir den Herold!

Kanzler.
Ach, mein gnäd'ger König!

Ottokar.
Ruf mir den Herold oder zittre, Knecht! (Kanzler ab.)
War's besser nicht, zu fallen in der Schlacht,
Der letzte meiner Krieger neben mir?
Sie haben mich verraten, überrascht.
Ein dunkler Nebel schwindet von der Stirn;
Ich hab geträumt: wie kühle Morgenluft
Kommt mir Erinnerung und läßt mich wachen.

Mit einem Heer zog ich an Donaustrand
Und schlug ein Lager, so weit reicht die Denkkraft;
Von da an Nacht! Was weiter dann geschehn,
Wie sie mich lockten in des Kaisers Zelt,
Wie dort—Ha, Tod und Teufel! Töten will ich
Den letzten, der's mit angesehn!
Mich selber, wenn ich nicht verlöschen kann
Das Angedenken jener blutigen Schmach!

(Der Herold mit den Geiseln kommt zurück.)

Herold.
Ihr ließt mich wieder rufen, gnäd'ger Herr!

Ottokar.
Fürs erste merket, daß in niemands Namen,
Als in dem meinigen man Ausruf tut
In meiner Pragerstadt!

Herold.
Allein—