Biwoy. Du siehst, der Grund genügt,
Daß man den Schlummer stört, in dem ein Weib sich wiegt.
Dobra. Sie schlummern nicht, doch wenn in Schlaf versenket,
Ihr Träumen acht ich mehr als was ihr andern denket.
Biwoy. Nun wohl, so rüttl' ich selber an der Tür,
Wenn sie zu uns nicht, wohl, komm ich zu ihr.
(Er geht auf die Türe zu. Diese öffnet sich und Tetka und Kascha treten heraus. Erstere eine offene Rolle in der Hand, die zweite das Haupt nachdenklich gesenkt. Alle weichen ehrerbietig zurück.)
Kascha. Ich sage dir: es war um Mitternacht
Da ging er heim und segnete das Leben;
Hätt' ich der Zeichen Widerstreit bedacht,
Vielleicht war's Zeit ihm Fristung noch zu geben.
Tetka. Libussa war bei ihm.
Kascha. Fast glaub ich: Nein.
Ihr Platz ist dunkel in den sonn'gen Kreisen.
Tetka. Wo blieb sie sonst?
Kascha. Bald wird mir's klarer sein.
Die nächste Stunde muß ihr Handeln weisen.
Gab sie ihm jenen Trank, den du wohl kennst,
Gepreßt von Kräutern, die die Wälder bieten,
Vielleicht starb er noch nicht.
Tetka. Daß es nicht möglich ist,
Die Krankheit aufzuhalten, ja den Tod
Durch Vorsatz und Entschluß! Kann einer sterben
Weil er nicht leben will; warum nicht leben
Weil er dem Tod sich weigert? Könnte Schwäche
So viel, und Stärke nichts? Stand ich am Bette
Des Vaters, und erinnerte ihn dran
Wie vielen fromme, daß er länger lebe,
Er sah dem Tod ins Aug' und starb noch nicht.