Kascha. Wie gerne bot sich heilend meine Kunst.

Tetka. Ich ehre deine Kunst, weil du sie denkest,
Doch hilft sie dem nur der wie du gedacht.
Wenn du den Kranken mit dem Besten tränkest,
Er stirbt, hält er für Gift was du gebracht.
Als Krücke mag es sein daß sie noch leiste
Für schwache Seelen, die am Willen krank,
In Wahrheit hilft doch nur der Geist dem Geiste,
Er ist der Arzt, das Bette und der Trank.
Wenn ich mich über unsern Vater neigte
Und ihm die Sprüche alter Weisheit las,
Der Seinen Not, der Feinde Scheelsucht zeigte,
Er faßte neuen Mut und er genas.

Kascha. Nun aber ist er tot, wir sind verwaist.

Tetka. Bist du verwaist? ich nicht. Ich seh ihn noch,
Nicht wie zuletzt in seiner Schwachheit Banden.
Ehrwürd'ger Greis, war Greis er immer doch,
Mir ist er als ein Jüngling auferstanden.

Lapak (näher tretend).
Erhabne Fürstinnen!

Kascha. Was ist?

Tetka. Was sucht, was wollt ihr?

Domaslav. Die Nachricht euch zu bringen sind wir da—

Kascha. Wir haben es gewußt, bevor es noch geschah.

Tetka. Als ihr noch hofftet, zagtet, dies und das gemeint,
Da war es uns bekannt, da haben wir's beweint.